Angelina Jolie – Prävention Brustamputation

Nein, eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht äußern. Zu sehr widerstrebt es mir, auf diesem Mainstream mit zu schwimmen. Und doch beschäftigt mich Angelina Jolie. Als Frau. Als Mensch.

Brustamputation

Eine medizinisch oft notwendige Maßnahme bei Krebserkrankungen der weiblichen Brust. Eine Operation, die ihre Narben hinterlässt. Nicht nur dort, wo sich einstmals der Busen erhob. Nein, weitaus tiefer. Häufig verändert sich die Psyche der betroffenen Frauen. Über lange Zeit benötigen sie Hilfe, den Verlust zu verkraften. Hilfe, die Angst vor weiteren Metastasen zu besiegen. Die Diagnose Brustkrebs ließ diesen Frauen keine Wahl. Die Brust opfern, um das Leben zu retten. Angst vor Brustkrebs haben Millionen Frauen, weltweit. Regelmäßige Kontrolle durch Screening der weiblichen Brust wird zur Früherkennung eingesetzt. Aber erst ab dem 50. Lebensjahr werden die Kosten für die Untersuchung übernommen. Erblich vorbelastete Frauen, deren Mütter bereits an Brustkrebs erkrankten oder verstarben, wird die Möglichkeit der Genanalyse geboten. Kostenlos. Tragen sie die zerstörenden Gene in sich ist ihr Risiko, ebenfalls an diesem heimtückischen Krebs zu erkranken, deutlich höher. Die Prävention, d.h. Amputation, scheint die einzige schützende Maßnahme zu sein.

Keine Frage der Prominenz

Viele Frauen standen bisher vor der schwerwiegenden Entscheidung, das Krebsrisiko durch das Entfernen der Brüste auszuschalten. Das ist keine Frage der Prominenz. Der weibliche Busen – in den Köpfen auch als Sinnbild der Weiblichkeit. Verliert man sie nach einer operativen Entfernung? Der Verlust der Weiblichkeit – für Angelina Jolie offensichtlich kein Thema. Bereits einen Tag nach Bekanntwerden ihrer Operation erstrahlt die Hollywood-Schönheit glänzender denn je. Sharon Osborne, Frau des Rock-Urgesteins Ozzy Osborne, verkündet über Jolie, sie sei nach dem Eingriff „sexier than ever“. Sharon Osborne unterzog sich im letzten Jahr ebenfalls einem solchen Eingriff.

Eingriff aufgrund erblicher Vorbelastung

Angelina Jolie entschloss sich aufgrund erblicher Vorbelastung zu der präventiven Maßnahme der Brustamputation. Leise, souverän, ohne Wenn und Aber. Eine ebenso mutige, wie auch einsame Entscheidung. Denn auf dem Operationstisch liegt man allein. Umso spektakulärer nun die Bekanntmachung Jolies, welche Erstaunen, Sprachlosigkeit und Bewunderung hervorruft. Präsentiert wie auf dem roten Teppich, so, als wäre diese schwere, und auch traurige Entscheidung und Umsetzen in die Tat das Einfachste und Natürlichste der Welt. Medienspektakel á la Hollywood, perfekt in Szene gesetzt.

Und genau das stört mich daran.

Anmerkung:

Bildnachweis:Bobine, pixabay Es ist keine Abblidung von Angelina Jolie