Ein Blick in meine Augen

Die Augen – sie gelten seit jeher als Fenster zur Seele. Doch was verbirgt sich hinter unseren Augen, hinter einem klaren Blick? Ehrlichkeit? Aufrichtigkeit? Eine reine Seele?

Ein Blick in meine Augen  …verrätst Du mir, was Du dort siehst? Haben menschliche Augen und Gesichter wirklich die Fähigkeit, sich zu einer täuschenden Maske zu verwandeln, um so wahre Gedanken und Empfindungen geschickt zu verbergen? Nicht nur gut ausgebildeten Schauspielern gelingt es, sein Gegenüber oder in diesem Falle, seinen Zuschauer mit einstudiertem Rollenverhalten sowie perfekter Mimik glauben zu lassen, was gerade präsentiert wird. Mit ein wenig Übung sind wir alle in der Lage, knifflige Situationen mittels Gesichtsmimik zu überspielen und uns unsere wahren Gedanken nicht sofort an der Nasenspitze ablesen zu lassen. Das ist auch gut so. Denn im Alltag ist eine „Notlüge“ oder ein Verschweigen manchmal sogar absolut notwendig. Daraus jedoch Rückschlüsse auf Unehrlichkeit oder Unaufrichtigkeit zu ziehen wäre allerdings zu voreilig.

Nonverbale Kommunikation – Gesichtsatlas der Menschenkenntnis klärt auf

Der US-amerikanische Anthropologe und Psychologe Dr. Paul Ekman ist für seine Forschungen in der nonverbalen Kommunikation bekannt. So entwickelte er den Gesichtsatlas der Menschenkenntnis, der eindeutige Hinweise und Interpretationsmöglichkeiten einzelner Gemütsverfassungen aufzeigt. So entdeckte Ekman Mikroausdrücke, die ein trügerisches Verhalten eines anderen durch das Widerspiegeln der wahren Emotionen im Gesicht entlarven. Wir alle kennen die zusammengepressten Lippen, die auf unterdrückte Wut hindeuten. Eine Antwort mit einem nach oben gerichteten Blick erscheint uns eher als unaufrichtig.

Ein freundliche Gesicht wirkt sympathisch

Gesichter verraten uns nicht das Wesen eines Menschen. Gesichter, weder mit abweisend wirkenden Gesichtsausdrücken noch mit einer freundlichen Gesichtsmimik lassen Rückschlüsse auf die wahre Gesinnung eines Menschen zu. Freundliche Menschen wirken sympathischer, erscheinen uns eher harmlos. Kontakte knüpfen fällt ihnen leichter. Ihnen neigen wir wesentlich schneller zu vertrauen. Dagegen verhält man sich abweisend wirkenden Zeitgenossen gegenüber instinktiv zurückhaltender. Ein unbewusstes Frühwarnsystem, welches uns auch manchmal vor den falschen Gesichtern warnt…

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