Einfach Tilman, mit nur einem L

 

Berlin-Friedrichshain, genauer gesagt, Frankfurter Allee.

Jene geschichtsträchtige Allee, die zum 70zigsten Geburtstag von Josef Stalin 1949 in Stalinallee umbenannt wurde. Erst im Jahre 1961 erhielt ein Teil der Allee, eine der ältesten Verkehrswege Berlins, seinen alten Namen zurück.

Und hier treffe ich den jungen Musiker Tilman Claas. Hauptperson seines ersten Soloprogramms, von und mit ihm. Austragungsort der künstlerischen Darbietung ist das Verlängerte Wohnzimmer. Ein kleines Privattheater, dessen Schwerpunkt nach eigener Beschreibung auf der großen Kunst der kleinen Form liegt.

Warten auf den Künstler

Einige der abendlichen Fangemeinde versammeln sich vor dem Eingang des Theaters, überbrücken die Wartezeit bis zum Beginn der Vorstellung mit Gesprächen und Zigaretten. Und auch der Künstler selbst gönnt sich noch ein paar Züge, bevor es los geht. Eine schmale, sympathische Person, der man kaum Lampenfieber ansieht. Und doch wirkt der Musiker leicht in Gedanken versunken. Letzte Vorbereitung auf sein Soloprogramm?

Dabei hat der junge Mann schon Einiges vorzuweisen. Mit 13 Jahren gründete er die Band nurso, tourte als Sänger und Gitarrist durch ganz Deutschland. Unter anderem war nurso als Vorband auf der Laut gedacht Open Air Tour der Gruppe Silbermond in 2007 zu erleben. Neben einer Förderung des John Lennon Talent Awards 2005 gewann er die „Fritz Nacht der Talente 2007“ vom RBB (Rundfunk Berlin Brandenburg). 2010 folgte die Gründung der Rockband Charter; das Debütalbum erschien im September 2011.

Ein unterhaltsamer Abend beginnt

Der Abend nun beginnt mit einer musikalischen Vorstellung. „Tilman, ich heiße Tilman“ lässt er uns wissen. Mehr noch, in „Single“ erfahren wir, dass die Mädels ihn schon immer süß fanden. Obwohl er uns glauben machen möchte, dass er das Süß sein zum Kotzen findet, kokettiert er gerade damit geschickt und setzt gekonnt seine „Wirkung“ äußerst publikumswirksam ein.

Musiker, 23, sucht…Ein Titel, der Neugier auf das Programm weckt. Tilman Claas gelingt es spielerisch leicht, diese Neugier zu stillen. Mit einer Mischung aus charmanter Unaufdringlichkeit, sympathischen Witzeleien, aber vor allem mit der Präsentation seiner Musik, die bei aller Leichtigkeit durchaus textliche Tiefe vorzuweisen hat, überzeugt zudem seine Stimme, die sowohl teils sanft wie auch energisch vorgetragen, wohltuend in die Ohren geht.

Musiker, 23, sucht….Seinen Weg in die Musik hat dieser junge Künstler längst gefunden.

Foto: Tilman Claas