Flughafen Schönefeld schluckt Millionen


Beim ersten Mal tat es noch weh. Die Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin-Schönefeld wurde kurz vor dem geplanten Termin verschoben. Wirklich erstaunt darüber war wohl kaum jemand. Pleiten und Pannen; wir BerlinerInnen sind so Einiges gewöhnt. Wenn auch die Unannehmlichkeiten als Fahrgast im Zusammenhang mit der Berliner S-Bahn gegen den Bau des Flughafens verschwindend gering sind. Inzwischen konnte der Eröffnungstermin zum vierten Mal nicht gehalten werden. Als Grund fungieren die immer noch vorhandenen, gravierenden Baumängel.

Viermal und kein Ende in Sicht

Wie es scheint, bleiben die Gemüter ruhig und gelassen. Laut n24 sollen einem Bericht zufolge die Verzögerungen ca. 35 bis 40 Millionen Euro pro Monat kosten. Gelder, die man den Steuerzahlern aufbürdet. Nicht nur den Berliner Steuerzahlern. Die Umverteilung wird wohl eine Kollektivsteuerlast werden, denn schließlich sind der Bund und das Land Brandenburg an dem Projekt beteiligt. Da sich die Gesamtkosten bisher sowie mehr als verdoppelt haben sollten die monatlichen 40 Millionen auch noch zu verkraften sein. Offensichtlich liegt es in der Natur der Sache. Je größer, je unglaublicher Skandale und Desaster werden und sind, umso surrealer werden sie. Wie ist es denn sonst zu erklären, dass diese Ungeheuerlichkeiten, die den Bau des Großflughafens begleiten, scheinbar nicht mehr als Achselzucken hervorrufen? Wohl, weil es nicht mehr zu ändern ist. Zu viel Geld wurde bereits verpulvert. Es gibt kein Zurück.

Anwohner fürchten Fluglärm

Spaziert man durch die südlichen Berliner Randbezirke sowie durch Wohngebiete des angrenzenden Brandenburgs zieren große Protestbanner die Gartenmauern und Zäune. Nicht etwa gegen die unglaubliche Verdummung, oder gegen die auf uns zukommende Steuerlast. Nein. Man befürchtet ausschließlich den Fluglärm, der unweigerlich, sofern der neue Flughafen denn mal an den Start geht, die Anwohner stören wird. Die Anwohner des Tegeler Flughafens hingegen werden aufatmen. Sie wurden seit Mitte der 1960ger Jahren vom beginnenden, zivilen Fluglärm belästigt. Ungefragt.

Zur Not immer noch Tegel

Der totgesagte Berliner Flughafen Tegel indes darf sich über Modernisierungsmaßnahmen freuen. Der altbewährte Flughafen wird noch gebraucht. Deutlich länger als erwartet und geplant. Schon seit einiger Zeit nahm das Flugaufkommen deutlich zu. Im Minutentakt donnern die Maschinen über die Dächer der Berliner Bezirke Spandau, Reinickendorf bis nach Pankow.

Traurige Zwischenbilanz BER

Doch Einzelschicksale sind nicht gefragt. Von massiven Verstößen von Arbeitszeitvorschriften bis hin zu Toten und Verletzten. Tribut an den Bau eines Großstadtprojektes, den Bau des neuen Flughafens Berlin- Schönefeld. Welches Schicksal dagegen auf uns SteuerzahlerInnen noch wartet, lässt sich derzeit wohl weder vorhersagen noch berechnen.

Eines steht jedoch fest. Der neue Flughafen Schönefeld wird ein Millionenerbe werden…

Foto: PublicDomainPictures, pixabay

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Marianne Rauch und ihre Sicht der Dinge…
Bloggerin bei SocialPosition, Standort Berlin
„In jedem Einzelnen von uns steckt die Kraft, Veränderungen in unserer Welt positiv zu beeinflussen.“

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