Im Fadenkreuz – Weihnachten mit bitterem Beigeschmack

So mitten in der Adventszeit sind viele mit den Vorbereitungen für das kommende Weihnachtsfest beschäftigt. Friedliche Weihnacht – leider nicht für alle Menschen.

Weihnachten naht mit großen Schritten und so bietet der Handel schon längst allerlei Verlockungen, die als künftige Weihnachtsgeschenke auf dem Gabentisch liegen sollen. Das Weihnachtsfest ist das Fest der Liebe und des Friedens, welches Christen in der westlichen Welt feierlich begehen. Das besinnliche Gedenken an die Geburt Jesu Christi reicht Jahrhunderte zurück. Doch längst nicht allen Menschen ist ein friedliches, liebevolles Weihnachtsfest vergönnt. Gedanken um Weihnachtsgeschenke oder Festtagsspeisen werden eher nebensächlich sein, denn angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise und der jüngsten furchtbaren Ereignisse in Paris holt Betroffene die nackte Realität ein.

Bedürftige, Alte sowie Flüchtlinge – Weihnachten ist für alle da

Unzählige alte sowie gebrechliche Menschen verbringen das Weihnachtsfest allein. Wer niemanden hat, ist auf sich selbst angewiesen. Gedanken an Weihnachten werden viele von ihnen eher traurig stimmen. Ebenso hunderttausende Flüchtlinge. Sie sind auf der Flucht vor Hunger, Tod und Elend. Sie begeben sich auf gefährliche Wege, um ein Leben in Frieden und Freiheit führen zu können. Europa soll zur neuen Heimat werden. Ein Europa, welches sich in diesen Zeiten anders anfühlt. Ein Europa, welches seine Sorglosigkeit längst verspielt hat! Terroranschläge haben das Bewusstsein der Bevölkerung ebenso verändert wie die Anschläge vergangener Jahre in London, Madrid oder New York. Die jüngsten Ereignisse vom 13. November in Paris schüren Ängste und Befürchtungen vor weiteren Anschlägen.

Adventszeit und Weihnachten – Vorfreude mit Beigeschmack

Der Schock sitzt tief. Trauer und Wut über die Ohnmacht der Gewalt, die unschuldige Opfer tötet, lähmt viele Menschen. Das ganz normale Leben ist irgendwie nicht mehr ganz normal. Obwohl fast 4 Wochen nach den Anschlägen in Paris, des tagelangen Ausnahmezustandes dort und in Belgien sowie anhaltenden Befürchtungen vor weiteren Terroranschlägen, sich inzwischen fast alles wieder in gewohnten Bahnen bewegt. Was bleibt auch anderes übrig? Angst ist kein netter Begleiter. Trotzdem wird der eine oder andere Menschenansammlungen auf Weihnachtsmärkten, in Kirchen, in Opernhäusern, bei Konzerten, Fußballspielen, Nah- und Fernverkehr etc. meiden. Vielleicht, weil große Menschenansammlungen nicht gemocht werden, vielleicht wegen eines diffusen unguten Gefühles. So wurde z.B. die Eröffnungsrede des Weihnachtsmarktes vor dem Wiener Rathaus durch Bürgermeister Häupl wegen Terrorangst abgesagt. Zur ach so schön besinnlichen Weihnachtszeit gesellt sich ein bitterer Beigeschmack – und das Mitgefühl für die Opfer und deren Hinterbliebenen, die das erste Weihnachtsfest ohne ihre Lieben verbringen müssen.

Foto: Kaboompics

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