Warum Rechtsfragen zur Kostenfalle werden können

Wer von sich sagen kann, im Leben ohne Rechtsstreitigkeiten auszukommen, ist ein echter Glückspilz. Doch oft kommt es anders als geplant…

Rechtsstreitigkeiten sind nervig, kosten viel Zeit und meist noch mehr Geduld. Leider kann man ihnen machmal nicht aus dem Weg gehen. Die Mühlen mahlen langsam – und am Ende? Im besten Falle hat man Wochen, Monate oder gar Jahre später „Recht“ bekommen. Immerhin. Wer zudem noch vorsorglich, und zwar rechtzeitig, eine Rechtsschutzversicherungspolice in der Tasche hat, schont im Rechtsstreit seinen Geldbeutel. Voraussetzung ist allerdings, vor dem ersten Konsultieren eines Anwaltes die Versicherung über den „Schadensfall“ zu informieren. Sieht diese gute Aussichten, den Rechtsstreit zu gewinnen, erteilt sie dem Versicherungsnehmer die sogenannte Deckungszusage. Diese bekommt man üblicherweise direkt vorab am Telefon. Die Nummer sollte man sich gut notieren, denn mit dieser kann die Suche nach einem entsprechenden Anwalt sofort losgehen.

Alles klar – Deckungszusage liegt vor

Zählt ein Anwalt, der seit Jahren das Vertrauen der Familie genießt und schon so manche Unannehmlichkeit regeln konnte, zum Bekanntenkreis, ist man abermals ein echter Glückspilz. Meist jedoch steht man vor der Frage, an wen man sich mit seinem Problem wenden soll. Im Zweifel gibt die Anwaltskammer Auskunft. Jedoch nur, welche Anwälte mit welchen Fachgebieten im Wohngebiet sowie näherem Umkreis zu finden sind. Spezielle Empfehlungen darf sie nicht aussprechen. Hinweise aus dem Freundes- und Bekanntenkreis können hilfreich sein. Wer sich per Internet auf die Suche nach einem geeigneten Anwalt begibt, muss sich wohl oder übel durch die Vielzahl der Webauftritte niedergelassener Anwälte wühlen. Allein in Berlin sind es derer mehr als 15.000. Die Chance, unter ihnen einen richtig guten Anwalt zu finden, ist gegeben. Mit der Deckungszusage in der Tasche fällt es leichter, den ersten Beratungstermin zu vereinbaren.

Deckungszusage ja – auf den Umfang kommt es an

Die Versicherung übernimmt im Allgemeinen die Kosten für die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen je nach Art der vertraglich abgeschlossenen Rechtsschutzversicherung, z. B. aus dem Bereich des Grundstücks- und Miet-Rechtsschutz, im Rahmen der vereinbarten Rechtsschutzbedingungen. Führt man beispielsweise einen begründeten Rechtsstreit gegen den Vermieter, weil im Winter die Heizung regelmäßig ausfällt und man es als Mieter  vor Kälte in der Wohnung kaum aushält, sind die Kosten für Vorgänge, die damit im Zusammenhang stehen, gedeckt. Im Laufe der Zeit, die dieser Rechtsstreit in Anspruch nimmt, hat man meist öfter mit seinem Anwalt zu tun. Mal kommt hier ein Brief, dort eine Stellungnahme. Und sei es, dass man auf ein Schreiben des Gegenanwalts reagieren muss. Doch Vorsicht! Drängen sich Fragen seitens des Mandanten auf, die zwar irgendwie mit der kausalen Streitigkeit zusammenhängen, vielleicht sogar Folgen dessen sind, jedoch nicht exakt den Vorgang betreffen, ist der Rechtsanwalt berechtigt, eine solche Beratung separat in Rechnung zu stellen. Fairerweise sollte der Anwalt genau an dieser Stelle seinen Mandanten auf das Verlassen der Deckungszusage hinweisen! Leider geschieht dies nicht immer. So können Nachfragen schnell zur Kostenfalle werden. Nichtsahnend wundert man sich als Mandant dann 2 Tage später über eine Honorarrechnung für die Rechtsanwaltsauskunft. Deshalb: Besser aufpassen! Im Zweifelsfall vorher abklären, ob das Anliegen im Rahmen der Deckungszusage liegt.

Foto: geralt, pixabay

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