Meine Katze hat Zahnfleischentzündung, was tun?

Zahnfleischentzünden und schlechte Zahngesundheit bei Hunden und Katzen sind keine Seltenheit. Grund genug, für ausreichend Mundhygiene der Tiere zu sorgen.

Wenn die Tiere doch nur verstehen würden, warum man als Tierhalter die Zähne seines Vierbeiners pflegen möchte. Zwar scheint es fast unmöglich, die Zahngesundheit z. B. mit spezieller Hunde- und Katzenzahncreme zu erhalten, doch mit viel Geduld und Training besteht die Chance, dass sich Hund und Katze daran gewöhnen. Unabhängig davon ist es sinnvoll, den Tieren öfter mal ins Maul zu schauen und zu prüfen, ob alles in Ordnung ist.

Zahnfleischentzündung und schlechte Zähne beeinflussen das Befinden

Besonders Katzen sind wahre Meister darin, Schmerzen oder Erkrankungen zu verbergen. So bleiben Zahnfleischentzündungen, zumindest im frühen Stadium, meist längere Zeit dem Tierhalter verborgen. Auch ein leicht geändertes Fressverhalten lässt nicht unbedingt sofort an eine Erkrankung des Zahnfleischs oder der Zähne denken. Erfahrene Katzenhalter werden des öfteren mit dem eigenwilligen kulinarischen Geschmack ihrer Lieblinge konfrontiert, merken jedoch auch, wenn etwas mit dem Tier nicht stimmt. Denn geändertes Fressverhalten ist immer ein Warnsignal. Starker Zahnstein kann zu chronischen Entzündungen im Mundraum und sogar zum Verlust der Zähne führen.

Zahnfleischentzündung sehr spät erkannt – meine Erfahrung

Ich kann hier nur aus eigener Erfahrung mit meinem 7jährigen Siam Birma Kater sprechen. Ein sehr liebes und anhängliches Tier. Seinem Verhalten nach deutete wenig auf sein stark entzündetes Zahnfleisch hin. Erst, als sich zum allmählich übelriechenden Mundgeruch Durchfall einstellte, konsultierten wir den Tierarzt. Dieser untersuchte sofort die Mundhöhle und zeigte mir das deutlich rot gefärbte Zahnfleisch an den Zahnrändern. Er verabreichte ihm eine Spritze mit Kortison. Zusätzlich erfolgte eine vierzehntägige Behandlung mit Antibiotika. Die Entzündung besserte sich recht schnell. Auch der Mundgeruch verschwand nach einigen Tagen. Leider hielt der Erfolg nicht lange an, schon nach wenigen Monaten hatten wir das gleiche Problem. Wieder Verabreichung von Kortison und Antibiotika. Die Hoffnung, diesmal würde sich das Zahnfleisch dauerhaft beruhigen, zerschlug abermals nach wenigen Monaten. Auch beim dritten Mal wurde Kortison und Antibiotika gegeben, diesmal allerdings andere Präparate mit anderer Zusammensetzung. Inzwischen gleicht der Tierarztbesuch einem wahren Alptraum. Mein sonst so lieber und anhänglicher Kater entpuppt sich als fauchendes sowie angriffslustiges Raubtier. Nicht mehr im Traum daran zu denken, ihm einfach so eine Spritze zu geben. Glücklicherweise blieb er nun längere Zeit von Zahnfleischentzündungen verschont. Bis vor Kurzem. Auch diesmal deutete wenig auf sein Dilemma hin, außer, dass er sporadisch beim Beißen auf Trockenfutter plötzlichen Schmerz verspürt haben muss. Dies äußerte sich darin, dass er beim Zubeißen wie aus heiterem Himmel fluchtartig davon rannte.

Chronische Zahnfleischentzündung – Zähne ziehen

Um dem Übel und der Ursache für die Zahnfleischentzündung den Garaus zu machen, hat der Tierarzt die rechten Backenzähne oben und unten entfernt. Um den Entzündungsherd endgültig einzudämmen (hoffentlich), bekam mein Kater im 3 Wochen-Abstand noch zweimal eine Kortisonspritze. Jedesmal, wie vorab erwähnt, verbunden mit unglaublichem Stress, Panik und Angstfaktor beim Tier.

Woran schlechte Mundgesundheit bei Hund und Katze zu erkennen ist

Um es vorweg zu sagen: Es hat nicht unbedingt mit dem Alter von Hund und Katze zu tun, wenn Zähne ausfallen, stark belegt sind oder sich das Zahnfleisch entzündet. Bereits recht jungen Tieren im Alter von 2 Jahren kann so mancher Zahn fehlen. Die Erkrankung der Mundhöhle zählt zu den häufigsten Erkrankungen von Katzen. Damit Zähne und Zahnfleisch des Vierbeiners möglichst lange gesund bleiben, sollten einige Auffälligkeiten unbedingt ernst genommen werden:

  • Wenn das Tier nicht wie gewohnt frisst oder ungewöhnlich kaut
  • Wenn Speichel oder Blut aus dem Maul tropft
  • Wenn Hund und Katze stark aus dem Maul riechen
  • Wenn um die Zähne herum das Zahnfleisch gerötet oder blutig ist
  • Wenn Zahnbelag auf den Zähnen, besonders Backenzähnen, vorhanden ist

Naturgemäß tummeln sich allerlei Keime in der Mundhöhle, deshalb kann es bei vermehrtem Keimbefall bei Zahnfleischentzünden auch zu Durchfällen kommen.

Was man für die Zahngesundheit von Hund und Katze tun kann

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Vierbeiner diesbezüglich zu unterstützen. Um einen gewissen Abrieb an den Zahnflächen herbeizuführen und damit Zahnbelägen entgegenzuwirken, eignet sich am besten Trockenfutter. Für Hunde gibt es zusätzlich eine große Auswahl an Kauspielzeug. Zudem gibt es Zahnpflegefutter mit einer speziellen Textur, das zahnreinigend unterstützt. Auch kann man dem Trinkwasser desinfizierende Zusätze, wie z. B. Chlorhexidin, beimengen. Da dies allerdings reine Chemie ist, ist dies nicht unbedingt jedermanns Sache. Die bestmögliche Zahnpflege erreicht man durch Reinigen der Zähne mit speziellen Hunde- und Katzenzahncremes. Verschiedene Geschmacksrichtungen wie Hühnchen oder Fisch machen den Tieren das Zähneputzen entweder mit einer Zahnbürste oder einem Baumwolltuch „schmackhaft“. Auf gar keinen Fall darf eine für den Menschen gebräuchliche Zahncreme verwendet werden!

  • Verabreichung spezielles Zahnpflegefutter
  • Desinfizierenden Trinkwasserzusatz
  • Zähne reinigen mit Hund- und Katzenzahncreme
  • Zähne reinigen mit Zahnbürste oder Baumwolltuch

Ist das Tier nicht von klein auf an die Zahnreinigung gewöhnt, kann man nur mit viel Geduld und Üben versuchen, sich an die Mundhöhle heranzuwagen. Bevor jedoch das Unterfangen in Stress, möglicher Panik und Angriffslust beim Tier ausartet, sollte die Zahngesundheit regelmäßig beim Tierarzt kontrolliert werden. Bei meinem Kater ist dies allerdings ohne Narkose wahrscheinlich nicht mehr möglich. Seit seinen Erfahrungen lässt er sich nur noch von mir in sein Mäulchen schauen. Der Tierarzt hält auch Informationen über Präparate zur Zahnpflege bei Hund und Katze sowie deren Anwendung bereit.

Foto: SiNoMo, pixabay

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