Organspende – Ansprache für mehr Vertrauen

Nach wie vor sind die einzigen Leidtragenden der Organspende-Skandale der jüngsten Vergangenheit in verschiedenen Kliniken des Landes schwer kranke Menschen. Ein neues Organ ist oft die einzige Chance, in ein lebenswertes Leben zurück kehren zu können. Für viele bedeutet ein neues Organ sogar viel mehr:

Die Chance, zu überleben!

Vom Schock der Organspende-Skandale jedoch scheint man sich bis jetzt längst nicht erholt zu haben. Die Bereitschaft zur Organspende sank rapide nach unten. Nun hat man alle Mühe, das verlorene Vertrauen in der Bevölkerung zu erneuern bzw. neu zu schaffen. Mit dem Thema der Organspende habe ich mich hier auf diesen Seiten schon auseinander gesetzt und immer wieder auf die absolute Notwendigkeit dieser lebensrettenden Maßnahme hingewiesen. Nicht selten erhielt ich bisher in meinem Netzwerk Antworten, die Ablehnung, Skepsis und sogar Angst vor Organtransplantationen und eventuellen „Machenschaften“ in diesem Zusammenhang ausdrücken. Was nicht verwundern kann! Denn dafür sind und waren die Skandale um die Organspende zu umfangreich, zu undurchsichtig, zu ungeheuerlich. Und zu vieles scheint noch im Dunkeln zu liegen. Es ist schwer, Menschen von einer Sache oder der Notwendigkeit bestimmten Handelns zu überzeugen, wenn die innere Bereitschaft wenig oder nicht vorhanden ist.

Überzeugungsarbeit für mehr Vertrauen

Noch viel schwieriger wird es, fundierte Überzeugungsarbeit zu leisten, wenn die Vertrauensbasis erheblich geschädigt oder gar zerstört ist. Gut gemeinte Aktionen zur Steigerung der Spenderbereitschaft wie Werbung in Print und Medien, in denen sich Prominente als gute Vorbilder für die Organspende aussprechen, scheinen nur auf wenig fruchtbaren Boden zu stoßen und erreichen nicht jeden/jede BürgerInnen, der als Spender in Betracht käme. Dies haben sich die Krankenkassen zur Aufgabe gemacht. Jeder Bundesbürger ab dem 16. Lebensjahr dürfte inzwischen ein Schreiben, einen Flyer und einen vorgefertigten Spenderausweis, auf dem man seine Bereitschaft schriftlich erklären kann, erhalten haben. Doch auch bei dieser Aktion bezweifle ich, ob wirklich Jeder  mit dieser wichtigen Post „erreicht“ wird bzw. wurde.

Sachliche Aufklärung dringend notwendig

Zugegeben, das Thema Organspende ist ein schwieriges und brisantes Thema. Gerade deshalb ist zwar eine sachliche Aufklärung zwingend notwendig, doch sollte meines Erachtens ein gewisses Feingefühl der Formulierung über die Abläufe und vor allem eine sensible Ansprache des gegebenenfalls zukünftigen Betroffenen ebenfalls vorhanden sein. Der eindringliche Hinweis, seinen Angehörigen die Entscheidung, was mit den eigenen Organen nach dem Ableben geschehen soll, zu erleichtern, reicht mir in diesem Falle nicht aus. Auch sollte im Hinblick darauf, Vertrauen in die Organspende zu erwecken und Menschen zur Bereitschaft zu bewegen, auf ansehnliches Informationsmaterial geachtet werden.

Mich erreichte leider nur ein Faltblatt, auf dem die Buchstaben nicht klar, sondern mit einem Doppeldruck versehen erscheinen und daher schlecht lesbar sind.

Fotos: PublicDomainPictures, pixabay