Organspende – wichtig wie das tägliche Brot

Organspende – so wichtig wie das tägliche Brot….

Was sich wie ein Werbeslogan anhört, entbehrt in der Tat nicht seine eindringliche Botschaft! Denn Organspende ist lebenswichtig! Die Transplantation gesunder Organe bedeutet für viele Menschen nicht selten die letzte, lebensrettende Maßnahme. Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe; sie steht für Menschlichkeit, Achtung und Respekt. Bereitwillige Spender tun dies in der Regel aus ethischen Gründen, nämlich um Leben retten zu können und treffen daher die Entscheidung für eine Organentnahme. Auch wenn der humane und ethische Gedanke an oberster Stelle steht bleibt doch häufig ein merkwürdiges Gefühl bei dem Gedanken, nicht unversehrt nach dem Ableben zu sein. Tausende kranke Menschen jedoch warten und ersehnen nichts dringlicher, als durch ein Spenderorgan gerettet zu werden. Durch die Transplantation zurück in ein Leben kehren zu können, welches allmählich wieder lebenswert wird.

Doch wer bestimmt die Reihenfolge

…die Dringlichkeit der erforderlichen Maßnahme? Transplantationszentren und Krankenhäuser arbeiten mit der Organ-Vermittlungsstelle Eurotransplant mit Sitz in den Niederlanden zusammen. Nach einem festgelegten Punktekatalog mit speziellen Parametern soll so eine gerechte Verteilung der Organe an die Betroffenen gewährleistet werden. Doch irgendwo scheint bisher mehr als nur einmal eine Lücke im System gewesen zu sein und die Verteilung einzelner Organe nahm nicht seinen gerechten Lauf.

Die Ursachen sind unter anderem…

Transplantationsskandale der Unikliniken Göttingen, Leipzig, Klinikum München rechts der Isar und Regensburg. Ihnen folgten weitere 15 Krankenhäuser wie in Aachen, Jena oder Essen. Patientendaten wurden manipuliert und Patienten, die die Wartezeit für den Erhalt des neuen Organs noch nicht erreicht hatten, wurden bevorzugt. Welche Motive auf Seiten der Mediziner verantwortlich sind sowie tragische Schicksale auf Seiten der Betroffenen zu beklagen sind, wird wohl nie ganz aufgedeckt werden.

Rückgang der Spendebereitschaft

Trotz Prüfungs- und Überwachungskommissionen, neuer Gesetzgebung und schärferen Richtlinien, umfassender Aufklärung durch die Krankenkassen u.v.m. ging die Zahl derer, die guten Glaubens waren und sich für die Organspende aussprachen, drastisch zurück. Was auch nicht verwundert, denn das Vertrauen in einen würdevollen sowie respektvollen Umgang mit allen im Zusammenhang stehenden Handlungen, die zur Organtransplantation erforderlich sind, geriet erheblich ins Wanken und scheint langfristig gestört zu sein. Spender sind verunsichert. Als Ersatzteillager, Garant für Bonuszahlungen oder hoch erzielbare Verkaufspreise für Geschäftstüchtige, möchten sie weder als Spender zu Lebzeiten noch als Spender nach ihrem Tod herhalten.

Tag der Organspende

Der jeweils erste Samstag im Juni eines jeden Jahres wurde zum Tag der Organspende erklärt. Zahlreiche Organisationen, Selbsthilfeverbände, die Deutsche Stiftung Organtransplantation sowie etliche Prominente nutzen diesen Tag zur Aufklärung und Information. Denn jährlich warten allein in Deutschland rund 12.000 schwerkranke Menschen auf ein neues Organ. Für rund 1.000 Menschen pro Jahr kommt die Hilfe zu spät.

Trotz der Skandale

Organspende ist so wichtig wie das tägliche Brot! Organspende rettet Leben und ist häufig die einzige Möglichkeit für Schwerkranke, in ein erträgliches Leben zurückzukehren oder gar zu überleben. Zerstörtes Vertrauen lässt sich nur schwer und allmählich wieder aufbauen. Jeder Einzelne ist daher gefordert in sich zu gehen und seine eigene, bewusste Entscheidung zu treffen.

Weiterführende, umfassende Informationen:

Martin Kalus, Öffentlichkeitsarbeit des Transplantationszentrums Stuttgart

Fotos: tpsdave, pixabay