Lokführerstreik – Fahrgast ist der Dumme

Noch sind wir mittendrin…Seit heute 14.00 Uhr liegen die Schienen blank, Züge rollen nur vereinzelt. Der Lokführer-Streik der Deutschen Bahn legt den Nah- und Fernverkehr lahm und sorgt flächendeckend für unzufriedene Fahrgäste. Denn: Wer auf die Deutsche Bahn sowie die Berliner S-Bahn angewiesen ist, guckt seit heute Mittag bis morgen früh 4.00 Uhr etwas dumm aus der Wäsche. Kreativität ist wieder mal gefordert und nicht wenige Fahrgäste stehen regelrecht vor logistischen Problemen. Nun kann man durchaus Verständnis haben, auch die Lokführer wollen mehr Geld. Und wenn keine Einigung zur Tariferhöhung in Sicht ist, setzt die GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) eben einen Streik an. Öffentlicher Druck wirkt manchmal Wunder und auf den Unmut der Fahrgäste darf man sich bei diesem Streik verlassen.

Öffentlicher Fern-und Nahverkehr – Bei Streik am längeren Hebel

Als würden unvorhergesehene Verspätungen oder Zugausfälle nicht schon ärgerlich genug sein. Nein, bei 14 Stunden Streik haben die Fahrgäste so richtig Spaß…und können sich ganz nebenbei auf die kommende Wintersaison einstellen. Bekanntlich bereiten die ersten Schneeflocken den Bahnbetreibern jedes Jahr aufs Neue erhebliche Probleme. Streiks in der öffentlichen Versorgung scheinen beliebte Druckmittel zu sein. Man setzt auf den breiten Rücken der Bevölkerung, denn auf diesem werden die Beeinträchtigungen ausgetragen. Wohl dem, der im Falle der Bahn auf das Fahrrad, ein Auto oder Fahrgemeinschaften ausweichen kann. So bleibt man vor überfüllten Bussen und U-Bahnen verschont, muss allerdings hier und da mit Stau rechnen.

Flächendeckend kein Bahnverkehr – Gruß von der GDL

Man stelle sich vor, die Banken würden für 14 Stunden streiken. Geldautomaten spuckten kein Geld mehr aus, sämtliche Zahlungsaufträge blieben unausgeführt. Zwangsvollstreckungsmaßnahmen würden nicht bearbeitet und Termin- sowie Börsengeschäfte würden um die Streikdauer vertagt. Besonders prickelnd wäre ein flächendeckender Streik bei den Stromversorgern. Man stelle sich vor, die Stromlieferung würde kurzerhand eingestellt werden. Zwar könnte der Verbraucher am Abend auf Kerzenlicht ausweichen, aber ich denke zunächst an all die leckeren Lebensmittel in meinem Kühlschrank und in meinem Tiefkühlfach. Und wie würden die Supermärkte das Kühl- und Gefriergut ohne Strom retten? Ja und dann sind noch die Elektroautos zu erwähnen, die im Falle eines Bahnstreiks zum Zuge kämen…

Kurz und gut: Um die öffentliche Versorgung mit Bahn und S-Bahn flächendeckend lahmzulegen, müssen wir nicht auf Manipulationen oder Komplotte von außen warten. Das schaffen wir von Innen heraus, z. B. mit Warnstreiks der Lokführer und der GDL.

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