Vorsorge und Arbeit – ohne Altersrente?

Als ich mit 16 Jahren meine Ausbildung begann und die erste Gehaltsabrechnung in den Händen hielt, war ich mächtig stolz. Die formalen Unterlagen wurden mir u.a mit den Worten überreicht, dass ich das alles gut aufheben müsse. Für die Rente. Mit 16 eine absolut utopische Vorstellung. Doch immerhin: Ich kann voraussichtlich noch mit der Zahlung einer Altersrente rechnen. Wenn sich auch die Höhe der künftigen Bezüge im Laufe der Jahre nach unten korrigierte. Das Renteneintrittsalter derweil korrigierte man stetig nach oben…

Aber wie sieht es mit der jungen Generation aus?

Eine gesicherte Rente wurde längst zum Fremdwort. Nach 35, 40 oder gar 45 Berufsjahren sorgenfrei im Alter leben zu können, mutiert zu einer Wunschvorstellung. Ohne zusätzliche, rechtzeitig geplante Vorsorge könnte der Alltag im goldenen Herbst ebenfalls zur Utopie ausarten und in die Altersarmut führen. In Zeiten wie diesen beginnt das Berufsleben erst viel später, als es früher der Fall war. Nicht selten ist das 25. Lebensjahr nach Schulabschluss, Ausbildung, Studium oder Bundeswehr bereits überschritten. Festanstellungen sind schwer zu bekommen. Und wenn, dann nur für eine befristete Zeit. Vorausschaubare Zukunftspläne für maximal ein Jahr, selten länger. Viele junge Menschen halten sich mit Praktika über Wasser. Praktikantenstellen öffnen manchmal den Weg zur Festanstellung. Aber eben nicht immer. So bleibt die Hoffnung, durch Praktikas wenigstens Berufsefahrung zu sammeln und dadurch doch noch einen längeren bzw. festen Arbeitsvertrag zu erhalten.

Zukunft ungewiss – Planen unmöglich

Planen für die Zukunft, wo es bereits in der Gegenwart an Alternativen mangelt? Woher nehmen und nicht stehlen, um genügend fürs Alter zurückzulegen? Denn nur so scheint ein Entrinnen der Altersarmut wahrscheinlich. Doch das Leben ist heute, hier und jetzt. Geld ist knapp, egal ob für einen Singlehaushalt, für die Familienplanung, Kindererziehung usw. Mit unterbezahlten Praktikas oder befristeten Zeitarbeitsverträgen fällt Zukunftsoptimismus schwer. Rente mit ca. 70 Jahren; welch ernüchternde Aussicht. Bleibt nur zu hoffen, dass man im Alter nicht nur mit seinen Rentenzahlungen gut auskommt, sondern auch gesundheitlich noch auf der Höhe ist. Schließlich sollte man die Früchte auch noch ernten können…

Wenn ich jedoch an die vielen mir bekannten Menschen denke, die in freudiger Erwartung ihrer baldigen Altersbezüge bereits längere Zeit vor ihrem Renteneintritt kein anderes Thema mehr kannten…

…und dies dann doch nicht mehr oder nur kurz erlebten…

 

 

Foto: PublicDomainPictures, pixabay