Warum Verbraucherbildung in der Schule beginnen sollte

Nur wer gut informiert ist, kann sich eine unabhängige Meinung bilden. Dies betrifft auch den täglichen Umgang mit Konsumgütern. Um hier eine entsprechende Alltagskompetenz zu entwickeln, ist umfassende Verbraucherbildung besonders wichtig.

Bereits seit 1999 fordern die Vereinten Nationen das Recht für junge Menschen auf Verbraucherbildung. Grundlegende Kompetenzen der Verbraucherbildung für die Bewältigung alltäglicher Lebensführung in den Konsumbereichen

  • Finanzkompetenz und Verbraucherrecht

  • Ernährung und Gesundheit

  • Medien

  • Nachhaltiger Konsum

sind sowohl online wie offline wertvolle Lebenshilfen. Denn wer sich im Dschungel der Konsumgüter zurechtfinden möchte, hat es oft recht schwer. Egal, ob es sich um Ernährung und Gesundheit, Medien oder nachhaltige Konsumgüter handelt, als Verbraucher fühlt man sich häufig allein gelassen. Die weltweit entwickelten Märkte mit den jeweiligen Unternehmensstrategien sind so komplex, dass dies nicht immer zum Vorteil der Verbraucher ist. So treffen Verbraucher beispielsweise Fehlentscheidungen hinsichtlich Dienstleistungen sowie Produkte, die die Haushaltskasse mehr als nötig belasten. Mangelnde Verbraucherbildung in Finanzangelegenheiten kann sich besonders brisant auswirken. Die Schuldenfalle schnappt schnell zu.

Von klein auf: Verbraucherbildung schafft Kompetenz

Um Kompetenzdefiziten in den Bereichen Verbraucherbildung sowie Verbraucherrecht vorzubeugen ist es sinnvoll, Kinder und Jugendliche bereits in der Schule die Kerninhalte der genannten Alltagskompetenzen zu vermitteln. Zu diesem Zweck hat der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) das Schulportal Verbraucherbildung ins Leben gerufen. Dort sind aktuelle Meldungen sowie Hintergrundinformationen zu verschiedenen Verbraucherschutzthemen enthalten.

Die Integration der Verbraucherbildung in die Lehr- und Bildungspläne aller Bundesländer wurde auf der Kultusministerkonferenz 2013 beschlossen. Der vzbv sieht Handlungsbedarf, den Beschluss entsprechend umzusetzen, damit qualitätsgeprüfte sowie unabhängige Verbraucherbildung in Schulen real erfolgen kann.

Was hat Verbraucherbildung mit digitalem Binnenmarkt und Onlinehandel zu tun?

Ebenso fallen Bereiche wie Finanzmarkt, Vertragsrecht und Rechtsdurchsetzung im Rahmen der Verbraucherpolitik in die Zuständigkeit des vzbv. Hier wird sich u. a. dafür eingesetzt, dass Regelungen und Handlungsweisen im digitalen Binnenmarkt und Onlinehandel für den Verbraucher transparent und verständlich sind. Die rasant wachsende digitale Welt stellt nicht nur Verbraucher vor Herausforderungen. Denn dort ist vieles anders, als in der offline-Welt. Während Verbraucher online noch vor nicht allzu langer Zeit ungewollt in die sogenannten Abo-Fallen hineinfielen, konnte hier der vzbv künftig für Abhilfe sorgen. Heute muss ein Bestell- oder Kaufbutton mit entsprechendem Hinweis auf eine kostenpflichtige Handlung beschriftet sein. Dies ist zum Schutz der Verbraucher in die Verbraucherrechterichtlinie mit aufgenommen worden. Weitere Herausforderungen auf EU-Ebene sind Gesetzgebungsprozesse z. B. im Urheberrecht, Onlinehandel sowie der Überprüfung aller verbraucherschützenden Richtlinien und Verordnungen.

Gesponserter Artikel

Foto: geralt, pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei × drei =